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Holocaust & Erinnerung (11)

Formen, Orte und Diskurse der Erinnerung an den Holocaust

Die Sektion 11 basiert auf der anhaltenden Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Formen der Erinnerung an dieses düstere Geschichtskapitel in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft. Gerade in einer Zeit, in der Überlebende und Zeitzeugen zunehmend weniger werden, erscheint es umso wichtiger, die Erinnerung an den Holocaust aufrechtzuerhalten und auf Dauer im kulturellen Gedächtnis zu verankern, d.h. sich auch inter- bzw. transdisziplinär der Thematik zu widmen.

Daher hat sich die Sektion "Holocaust und Erinnerung" das Ziel gesetzt, sich mit den vielfältigen Formen und Orten der Erinnerung an den Holocaust zu befassen, sei es in der Literatur, den Medien, den bildenden Künsten oder der Gedenkstätten- und Ausstellungsarbeit. Aber auch auf die wissenschaftlichen Diskurse in den verschiedenen Disziplinen z.B. der Literatur- und Kulturwissenschaft, der Medienwissenschaft, der Pädagogik, der Geschichte und der Politik richtet sich das Interesse der Sektion. So sind die Überlegungen zu den Möglichkeiten und Problemen der Erinnerung an den Holocaust, wie die Grenzen des Darstellbaren, aber auch die zahlreichen Denkmalsdiskussionen oder die Musealisierung wesentliche Bestandteile unserer wissenschaftlichen Arbeiten.

Im Rahmen unserer Sektionsarbeit können auch Dissertationsprojekte über die Jüdische Kultur und die Jüdische Geschichte im Allgemeinen von Interesse sein. Die enge Vernetzung der Themenbereiche schafft eine sinnvolle Basis für die gemeinsame Diskussion.

Leitung: Anna Kiniorska, Marguerite Rumpf

Kontakt: marguerite@rumpf-marburg.de

Termine

Nächstes Sektionstreffen am Donnerstag, den 8.3., um 16.30 Uhr im Raum B29
Thema: "The Producers"

Arbeitstagung Holocaust und Erinnerung im Comic

Sektion Holocaust und Erinnerung des Gießener Graduiertenzentrums Kulturwissenschaft (GGK), Justus-Liebig Universität
10.6.2011, Gießen, Philosophikum I, Raum B29, Otto-Behagel-Straße 10, 35394 Gießen

Comics mit Holocaustbezug sind aktuell. Dies haben auch die Ausstellungen Helden, Freaks und Superrabbis. Die jüdische Farbe des Comics in Berlin im Frühjahr 2010 und Superman und Golem von Dezember 2008 bis März 2009 in Frankfurt/Main gezeigt. Auch das wissenschaftliche Interesse an Comics hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Seit 2008 gibt es drei neue internationale Zeitschriften zur Comicforschung: 2008 erschien die erste Ausgabe des European Comic Art, 2010 folgten Studies in Comic und das Journal of Graphic Novels and Comics. Das Medium Comic ist längst aus der Subkultur in die internationale Forschung gelangt. Den Stand der deutschen Comicforschung bezeichnet Ole Frahm von der Arbeitsstelle für graphische Literatur jedoch als „unsäglich“ [1].

[1] www.orang-magazin.net/?p=451 (Letzter Zugriff: 20.09.2010)

Die Sektion Holocaust und Erinnerung hat sich intensive mit dem Thema der Darstellung und Verarbeitung von Holocausterlebnissen im Comic beschäftigt. Daher könnten erste Fragestellungen sein: Welche spezifischen Möglichkeiten bietet das Medium Comic bei der Darstellung und Verarbeitung des Holocaust? Was kann Comic im Gegensatz zum Film oder zum Buch? Wie kommunizieren die Comics, die traditionell als triviales und oft marginales Medium angesehen werden, das historische Wissen um den Holocaust? Wie tragen sie zur kulturellen Erinnerung bei? Wie hoch ist das pädagogische Potenzial? Wie kann die Lese- und Sehkultur von Comic gelehrt und geübt werden? Ziel ist hier insbesondere, das Interesse für diese Art der Darstellung und Verarbeitung von Holocausts zu wecken. Dabei wollen wir sowohl die Form, als auch die Funktion des Mediums Comic diskutieren, sowie die didaktischen Einsatzmöglichkeiten. Da die Mitglieder der Sektion aus verschiedenen Fachrichtungen kommen, möchten wir auch die Arbeitstagung entsprechend für die verschiedenen Fachrichtungen und eine interessiertes Publikum offen halten.

Freitag,10. Juni 2011

11.00 Uhr:Begrüßung und Vortrag Andreas Platthaus(Frankfurt) - Geschichtserzählung im Comic
12.00 Uhr:Britta Madeleine Woitschig (Kiel) - Wehrhaft, aber menschlich: Die Internationalen Comics der Zweiten und Dritten Generation
Mittagessen
14.15 Uhr:DietrichGrünewald (Koblenz) - Zwischen Unterhaltung und mahnender Erinnerung. Holocaust und NS-Verbrechen in der Bildgeschichte
15.00 Uhr:Abschlußdiskussion

Kontakt:

Anika Binsch
Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Institut für Germanistik
Justus-Liebig-Universität Gießen
Otto-Behaghel-Str. 10 B/1
D-35394 Gießen
anika.i.binsch@germanistik.uni-giessen.de