Immer häufiger wird man heute auch im Alltag mit betriebswirtschaftlichen Fachbegriffen und Zusammenhängen konfrontiert. Um Einblicke in die Welt der Betriebswirtschaft zu gewinnen und den gestiegenen Anforderungen in der Berufswelt besser gerecht zu werden, versammelte sich ein Dutzend von BWL-Fremden, jedoch -Interessierten an einem regnerischen Februarwochenende im Multifunktionsraum des GCSC. Gleich zu Anfang des Workshops tauchten die uns nicht unbekannten Wörter ,Bedarf’ und ,Bedürfnis’ auf, die relevante Grundbegriffe der Betriebswirtschaft sind – dies nahm uns die Unsicherheit gegenüber der BWL.
Nach einer eingehenden und sehr gut verständlichen Ausführung der gängigen Termini gab Ingo Schüler, der erfahrene Leiter des Workshops, einen Überblick über einzelne Funktionsbereiche der Wirtschaft. Anschließend erfuhren wir auch, wie die Bedürfnis-Pyramide nach Maslow aussieht, was man unter BIP versteht, in welcher Phase des Konjunktur-Zyklus sich Deutschland zurzeit befindet und welche ökonomische Ideologien vorhanden sind. Sehr einprägsam war die Erklärung des so genannten Opportunitätskostenprinzips, das uns aus dem alltäglichen Leben sehr bekannt ist: Jede Wahl hat ihren Preis. Entscheidet man sich für das Eine, sollte man sich bewusst sein, was man durch das Aufgeben des Anderen verliert.
Nach einer Einführung in das Basiswissen der Betriebswirtschaftslehre machte der Kursleiter uns mit unternehmerischen Zusammenhängen vertraut. Bei der Erklärung der Unternehmensstrukturen halfen praktische Beispiele zur besseren Einordnung und zum besserem Verständnis: Wenn VW der Mutterkonzern ist, sind SEAT, Skoda, Audi die Konzerntöchter. Der nächste Seminarteil war dem Thema der modernen strategischen Unternehmensführung gewidmet. Wir beschäftigten uns ebenso mit der Definition der Begriffe Management und Controlling und der Beschreibung von deren Aufgaben. Auch hier kamen neuartige Begriffe von C wie cash flow über K wie Kennziffer bis hin zu U wie Umsatzrentabilität vor. Sehr positiv in Bezug auf unsere Jobaussichten war die Feststellung, dass viele der führenden Kräfte in der Weltwirtschaft Fachfremde aus unseren geistes- und humanwissenschaftlichen Kreisen sind.
Spannend und praxisorientiert war auch die Einführung ins Rechnungswesen mit der Erstellung von Bilanzen. Nach der Vorführung einer Beispielbilanz wurden wir von Herrn Schüler ermutigt, unsere eigenen Bilanzen zu erstellen. So konnten wir feststellen, ob sich unsere Ein- und Ausgaben ausglichen. Praktisch und lebensnah wurde das Seminar, indem auch Probleme der Kursteilnehmer als Beispiele genommen wurden, wie der Erwerb eines neuen Autos oder eines neuen Laptops. Der erfahrene Dozent vermittelte das Thema Betriebswirtschaft in sehr verständlicher Art und Weise. Praktische Beispiele rundeten das Thema ab. Sie machten es realitätsnah und nachvollziehbar. So kamen trotz der Fachentfernung auch anregende Diskussionen und ein reger Gedankenaustausch zustande. Fest steht auch: Dem Ziel, uns als angehende promovierte Kulturwissenschaftler erfolgreich zu vermarkten, sind wir durch diesen Crashkurs einen Schritt näher gekommen. Ausgerüstet mit Fachwissen in BWL sowie dem Verständnis von Begriffen wie lean production, Produktionsfaktoren, Kartell, Flächenproduktivität und Franchising, verließen wir am Samstagnachmittag zufrieden den Seminarraum.
Ein Bericht von Saltanat Rakhimzhanova